Auch mit 75 Jahren kann man im Fußball noch Vize-Weltmeister werden. Siegfried Braumann vom TuS Fleestedt hat für das Team Deutschland am 70 Plus Soccer World Cup in Australien teilgenommen, der vom 12. bis zum 16. Oktober in Brisbane auf dem Gelände des Redlands United FC stattgefunden hat.
Insgesamt acht Teams aus Wales, Japan, zwei aus Australien und zwei aus den USA waren in der Altersklasse Ü75 am Start. Hinzu kam das Team Deutschland Blau, das aus Spielern des Weltmeisterteams des Vorjahres bestand und für das Team England einsprang, das kurzfristig absagen musste.
Für Siegfried und das Team Deutschland war die Vorbereitung zunächst etwas holperig, da lediglich zwei Trainingseinheiten mit dem neuen Trainer vor dem Turnier in Australien absolviert werden konnten. Der Trainerwechsel war für Siegfried allerdings ein Glücksfall, da er unter dem neuen Coach auf seiner Lieblingsposition als Verteidiger spielen durfte und nicht wie in den vorherigen Spielen im Sturm.
Im Turnierverlauf wurde von den Spielern alles gefordert. Beim Eröffnungsspiel lagen die Temperaturen bei 33 Grad Celsius und es war windstill - eine weitere Herausforderung für das Team, das aus dem herbstlich-kühlen Deutschland angereist war.
Auf dem Weg ins Finale konnte sich Siegfried und sein Team gegen Wales, die USA und gegen den Gastgeber Australien durchsetzen. Allerdings hinterließen die Spiele, die mit jeweils 7 Feldspielern und Torwart über 2x30 Minuten auf einem Kleinfeld ausgetragen wurden, Spuren. Insbesondere das Halbfinale, das mit 2:0 gegen die Oldyroos Australien zwar gewonnen werden konnte, war sehr intensiv.
Im Finale traf das Team Deutschland dann auf das Weltmeisterteam des Vorjahres, Team Deutschland Blau. Bei diesem Spiel waren nur noch fünf Spieler uneingeschränkt fit, darunter Siegfried. Das reichte jedoch nicht aus und so gelang des Routiniers von Deutschland Blau ein 7:0 Kantersieg.
Gleichwohl war auch die Vizeweltmeisterschaft ein Erfolg und die WM-Teilnahme ein herausragendes Erlebnis. Da das Turnier außerhalb der Verbandsstrukturen von FIFA und DFB stattfand, mussten die Teilnehmer die Kosten weitgehend selbst tragen, was bei zwei Wochen Australien inklusiv Flüge einige tausend Euro je Spieler ausmachte. Für Siegfried hatten die Teamkollegen von den Freizeitkickern des TuS Fleestedt vorher zusammengelegt und ein Trainingstrikot in den TuS-Farben Schwarz und Rot besorgt.
Und wie geht es für den Vize-Weltmeister weiter? Siegfried will sich beim TuS weiter fit halten und im kommenden Jahr an der Europameisterschaft im Berlin teilnehmen. Und seine Stärke kennt er auch: "Ich war in Australien immer der schnellste Spieler auf dem Platz. Das will ich bleiben!"